Wie bereiten Sie ein Vorstellungsgespräch vor?
Mit wenig Aufwand, aber nicht nebenbei. Legen Sie vorher fest, was der Bewerber unbedingt mitbringen muss, und lesen Sie Ihre Notizen aus dem ersten Telefonat. Planen Sie den Termin innerhalb weniger Tage, denn gute Leute haben mehrere Angebote. Nehmen Sie sich Zeit ohne Telefon und holen Sie einen erfahrenen Kollegen dazu.
- Schicken Sie Adresse, Uhrzeit und den Namen des Ansprechpartners per WhatsApp oder SMS.
- Sagen Sie, dass Arbeitskleidung in Ordnung ist. Viele kommen direkt von der Baustelle.
- Legen Sie die Konditionen bereit: Gehaltsspanne, Arbeitszeit, Notdienstplan, Fahrzeugregel.
Wie läuft ein Vorstellungsgespräch im Handwerk ab?
Am besten in einer festen Reihenfolge, damit Sie Bewerber vergleichen können. Beginnen Sie mit einem Rundgang statt am Schreibtisch. Danach stellen Sie den Betrieb vor, stellen Ihre Fragen und lassen den Bewerber fragen. Am Schluss nennen Sie die Konditionen und den nächsten Schritt. Meist reicht dafür eine knappe Stunde.
| Schritt | Was passiert |
|---|---|
| Begrüßung und Rundgang | Zeigen Sie Werkstatt, Lager und Fahrzeuge. Stellen Sie die Kollegen vor, die gerade da sind. Das lockert auf und sagt mehr als jede Broschüre. |
| Betrieb vorstellen | Wer Sie sind, welche Aufträge Sie machen, wie groß das Team ist und wie ein normaler Tag aussieht. |
| Fragen an den Bewerber | Erfahrung, Arbeitsweise, Wechselgrund, Rahmen. Lassen Sie ihn reden und schreiben Sie kurz mit. |
| Fragen des Bewerbers | Geben Sie ihm Zeit. Wer keine Fragen stellt, hat sich oft schon entschieden, in die eine oder andere Richtung. |
| Konditionen | Gehalt, Arbeitszeit, Notdienst, Fahrzeug, Urlaub, Startdatum. Offen und mit Zahlen. |
| Nächster Schritt | Sagen Sie, bis wann er eine Antwort bekommt und wer sich meldet. Und halten Sie das ein. |
Welche Fragen sollten Sie Bewerbern im Handwerk stellen?
Fragen nach echten Fällen statt nach Stärken und Schwächen. Ein Geselle, der erzählt, wie er letzte Woche eine Heizung wieder zum Laufen gebracht hat, zeigt mehr als jede auswendig gelernte Antwort. Stellen Sie allen Bewerbern dieselben Fragen und schreiben Sie kurz mit. So können Sie hinterher fair vergleichen und Ihre Entscheidung begründen.
| Frage | Was Sie daraus erfahren |
|---|---|
| Was haben Sie in den letzten Wochen auf der Baustelle gemacht? | Echte Erfahrung statt Lebenslauf. Fragen Sie bei Wärmepumpe, Badsanierung oder Kundendienst ruhig nach Details. |
| Was machen Sie, wenn beim Kunden etwas schiefgeht? | Wie er mit Problemen und Kunden umgeht. Gute Antworten erzählen von einem echten Fall. |
| Was müsste bei uns anders sein als bei Ihrem jetzigen Betrieb? | Den echten Wechselgrund. Ist es Lohn, Chef, Notdienst oder Weg zur Arbeit? |
| Mit wem arbeiten Sie am liebsten zusammen und warum? | Ob er ins Team passt und lieber allein oder im Zweierteam unterwegs ist. |
| Was möchten Sie in drei Jahren machen? | Ob er Meister werden, Azubis betreuen oder einfach in Ruhe gute Arbeit machen will. Alles ist in Ordnung, Sie sollten es nur wissen. |
| Wie lang ist Ihre Kündigungsfrist? | Wann er frühestens anfangen kann. Das brauchen Sie für Ihre Planung. |
Welche Muss-Kriterien Sie vorher festlegen sollten, steht im Ratgeber Stellenanzeige im Handwerk schreiben. Für den Anlagenmechaniker SHK finden Sie typische Kriterien auf der Seite Anlagenmechaniker SHK finden.
Was dürfen Sie im Vorstellungsgespräch nicht fragen?
Nichts, was auf die Merkmale aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zielt. Das sind ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexuelle Identität.1 Fragen nach Schwangerschaft oder Kinderwunsch gehören dazu, weil sie das Geschlecht betreffen. Fragen Sie stattdessen, was die Arbeit wirklich verlangt, etwa Notdienst, schweres Heben oder Gespräche mit Kunden.
| Nicht fragen | Besser so |
|---|---|
| Haben Sie Kinder oder planen Sie welche? | Wir haben einen festen Notdienstplan, jeder ist etwa jedes vierte Wochenende dran. Passt das für Sie? |
| Wie alt sind Sie? | Wie viele Jahre arbeiten Sie schon als Anlagenmechaniker? |
| Wo kommen Sie eigentlich her? | Sie sprechen viel mit Kunden. Wie gut klappt das bei Ihnen auf Deutsch? |
| Sind Sie gesund? | Die Arbeit bringt schweres Heben und Arbeiten auf Leitern mit sich. Gibt es etwas, das dagegen spricht? |
| Gehen Sie in die Kirche? | Gar nicht fragen. Die Religion hat mit der Arbeit nichts zu tun. |
Eine unzulässige Frage kann teuer werden. Gilt sie als Hinweis auf eine Benachteiligung, muss der Betrieb beweisen, dass er nicht benachteiligt hat.3 Ein abgelehnter Bewerber kann eine Entschädigung verlangen, bis zu drei Monatsgehälter, wenn er auch ohne Benachteiligung nicht eingestellt worden wäre. Er muss den Anspruch innerhalb von zwei Monaten nach der Absage schriftlich geltend machen.2 Im Zweifel fragen Sie Ihren Anwalt oder Ihre Handwerkskammer.
Was wollen Bewerber im Gespräch von Ihnen wissen?
Vor allem das, was in vielen Stellenanzeigen fehlt. Gesellen vergleichen Gehalt, Fahrzeug, Arbeitszeit, Notdienst, Werkzeug und das Team. Nennen Sie Zahlen statt „leistungsgerechter Bezahlung“. Versprechen Sie nichts, was Sie später zurücknehmen müssen. Ein Bewerber, der sich getäuscht fühlt, geht in der Probezeit wieder und erzählt es im Bekanntenkreis weiter.
Ein bezahlter Probetag mit einem Kollegen auf der Baustelle zeigt beiden Seiten oft mehr als ein zweites Gespräch. Klären Sie vorher Versicherung und Ablauf. Wie Sie Ihren Betrieb schon vor dem Gespräch als guten Arbeitgeber zeigen, steht im Ratgeber Employer Branding im Handwerk.
Wie schnell sollten Sie nach dem Gespräch entscheiden?
Innerhalb weniger Tage. Gute Fachkräfte haben oft mehrere Angebote, und wer eine Woche wartet, verliert sie an den Nachbarbetrieb. Rufen Sie an, statt nur eine E-Mail zu schreiben. Auch eine Absage sollte zügig kommen, freundlich und kurz. Nennen Sie dabei keine Gründe, die mit Alter, Herkunft oder Familie zu tun haben.
Nach der Zusage beginnt die Einarbeitung, und die entscheidet, ob der Neue bleibt. Einen einfachen Plan für die ersten Monate finden Sie im Ratgeber Mitarbeiter halten im Handwerk. Fehlen Ihnen schon die Bewerber für ein Gespräch, hilft das 21-Tage-Recruiting. Wir prüfen jeden Bewerber vorher am Telefon, damit Sie nur mit passenden Kandidaten sprechen.