Was ist Mitarbeiter werben Mitarbeiter?
Ein Empfehlungsprogramm für die eigenen Leute. Ihre Mitarbeiter sprechen Freunde, frühere Kollegen oder Bekannte aus dem Verein auf eine offene Stelle an. Kommt es zur Einstellung, zahlt der Betrieb dem Empfehlenden eine Prämie. Der Vorteil: Ihr Team kennt den Betrieb und den Bewerber. Es empfiehlt meist nur Leute, mit denen es selbst gern arbeiten würde.
Wie gut funktionieren Empfehlungen bei der Personalsuche?
Sehr gut, und das über alle Branchen. Laut IAB-Stellenerhebung haben Betriebe 2025 bei 48 Prozent aller erfolgreichen Neueinstellungen auch über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte gesucht. Bei 27 Prozent der Neueinstellungen war dieser Weg aus Sicht des Betriebs sogar entscheidend.1 Kaum ein anderer Weg kostet dabei so wenig.
Die Grenze ist das Netzwerk. Ein Team mit acht Leuten kennt nur eine begrenzte Zahl an Fachkräften im Umkreis. Für eine einzelne Stelle reicht das oft, für mehrere Stellen im Jahr selten. Welche Wege Sie zusätzlich nutzen können, zeigt der Leitfaden Mitarbeiter finden im Handwerk.
Wie hoch sollte die Prämie sein?
Hoch genug, dass Ihr Team darüber redet, und klein im Vergleich zu dem, was die offene Stelle kostet. Bei einem Anlagenmechaniker SHK bleiben nach unserer Beispielrechnung jeden Monat rund 5.616 € Umsatz liegen.4 Gemessen daran ist eine spürbare Prämie günstig. Einen festen Marktwert gibt es nicht, entscheidend ist eine klare Zahl.
Die Rechnung mit Ihrem eigenen Stundensatz steht im Vakanzrechner. Neben Geld wirken auch kleine Zeichen: ein Dank vor dem ganzen Team oder ein freier Tag. Wichtig ist, dass die Prämie pünktlich kommt. Wer einmal warten musste, empfiehlt kein zweites Mal.
Ist die Prämie steuerfrei?
In der Regel nicht. Eine Prämie für die Werbung neuer Mitarbeiter ist Arbeitslohn und damit lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.2 Steuerfrei bleiben nur Sachbezüge bis 50 Euro im Monat, und das zusammen mit allen anderen Sachbezügen wie einer Tankkarte.3 Die Grenze ist eine Freigrenze. Liegt der Wert darüber, ist der ganze Betrag steuerpflichtig.
Gutscheine zählen nur dann als Sachbezug, wenn man damit ausschließlich Waren oder Dienstleistungen bezieht.3 Für eine spürbare Prämie reichen 50 Euro selten. Rechnen Sie deshalb mit einer normalen Zahlung über die Lohnabrechnung und klären Sie Einzelheiten mit Ihrem Steuerberater.
Welche Regeln sollte ein Empfehlungsprogramm haben?
Wenige, aber schriftlich. Jeder im Team sollte wissen, wer mitmachen darf, für welche Stellen, wie viel es gibt und wann gezahlt wird. Dazu kommt eine Regel für den Fall, dass zwei Leute dieselbe Person nennen. Ohne diese Punkte entsteht schnell Ärger, und das Programm schläft nach der ersten Prämie wieder ein.
| Regel | So kann es aussehen |
|---|---|
| Wer mitmachen darf | Alle Mitarbeiter und Azubis. Ausgenommen sind nur Leute, die selbst über die Einstellung entscheiden. |
| Für welche Stellen | Am besten für alle offenen Stellen. Wenn nicht, hängen Sie eine aktuelle Liste aus. |
| Wie hoch die Prämie ist | Ein fester Betrag, den jeder kennt. Bei schwer zu besetzenden Stellen darf er höher sein. |
| Wann sie ausgezahlt wird | Zum Beispiel die Hälfte nach dem ersten Arbeitstag und die andere Hälfte nach der Probezeit. |
| Wer zuerst empfohlen hat | Es zählt, wer den Namen zuerst nennt. Halten Sie Datum und Namen kurz fest, dann gibt es keinen Streit. |
| Was der Empfohlene wissen muss | Er sollte wissen, dass er empfohlen wurde, und einverstanden sein, dass Sie ihn anrufen. |
Wie sieht eine Vorlage für die Regeln aus?
Eine Seite, die Sie aushängen oder in die Team-Gruppe schicken. Ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern durch Ihre eigenen. Lassen Sie die Regeln vor dem Start von Ihrem Steuerberater prüfen, vor allem die Auszahlung über die Lohnabrechnung. Danach erinnern Sie bei jeder neuen Stelle kurz daran, zum Beispiel in der Montagsbesprechung.
Mitarbeiter werben Mitarbeiter bei [Betrieb]
Wir suchen Verstärkung. Kennen Sie jemanden, der zu uns passt? Dann sagen Sie es [Name], am besten mit Telefonnummer und mit dem Einverständnis der Person.
Wird die Person eingestellt, bekommen Sie [Betrag] Euro brutto. Die erste Hälfte zahlen wir mit dem Lohn im Monat nach dem ersten Arbeitstag, die zweite Hälfte nach bestandener Probezeit.
Mitmachen dürfen alle Mitarbeiter und Azubis. Nennen zwei Kollegen dieselbe Person, zählt die erste Meldung. Die offenen Stellen finden Sie unter [Link zur Karriereseite].
Wie bringen Sie Ihr Team zum Empfehlen?
Machen Sie es so einfach wie möglich. Geben Sie Ihrem Team einen kurzen Text und einen Link, den es per WhatsApp weiterleiten kann. Die Bewerbung sollte am Handy in zwei Minuten gehen, ohne Anschreiben. Rufen Sie jeden Empfohlenen innerhalb von zwei Tagen an und sagen Sie dem Kollegen Bescheid, wie es ausgegangen ist.
Dazu kommt etwas, das keine Prämie ersetzt. Niemand empfiehlt einem Freund einen Betrieb, in dem er selbst unzufrieden ist. Was Ihr Team im Betrieb hält, steht im Ratgeber Mitarbeiter halten im Handwerk. Wie Ihr Betrieb auch nach außen als guter Arbeitgeber auffällt, zeigt Employer Branding im Handwerk.
Wann reichen Empfehlungen nicht aus?
Wenn mehrere Stellen offen sind, das Team klein ist oder alle Bekannten schon gefragt wurden. Dann brauchen Sie einen Weg, der Fachkräfte erreicht, die Ihr Team nicht kennt. Viele gute Gesellen sind fest angestellt und suchen nicht aktiv. Sie sind aber abends auf Instagram und Facebook unterwegs, oft nur wenige Kilometer von Ihrem Betrieb entfernt.
Genau dort setzt unser 21-Tage-Recruiting an. Wir schalten Anzeigen im Umkreis Ihres Betriebs, prüfen jeden Bewerber am Telefon und geben Ihnen nur Kandidaten weiter, die Ihre Muss-Kriterien erfüllen. Wie Sie mit diesen Bewerbern dann das Gespräch führen, steht im Ratgeber Vorstellungsgespräch im Handwerk führen.