Wie ist die Lage am Arbeitsmarkt im Handwerk?
Angespannt, auch wenn die Wirtschaft schwächelt. Laut KOFA konnten 2025 im Handwerk rechnerisch knapp 100.000 offene Stellen nicht besetzt werden, 59 von 115 Handwerksberufen hatten Engpässe.1 Die Bundesagentur für Arbeit zählt für 2025 insgesamt 157 Engpassberufe, darunter Berufe in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, in der Bauelektrik und im Metallbau.2
Gleichzeitig waren 2025 gut 4,6 Millionen Menschen arbeitsuchend gemeldet. 54 Prozent von ihnen hatten aber keine abgeschlossene Berufsausbildung.2 Für Stellen, die einen Gesellenbrief verlangen, hilft das wenig.
Welche Wege gibt es, Mitarbeiter im Handwerk zu finden?
Es gibt sechs gängige Wege. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wen Sie erreichen, was es kostet und wie viel Arbeit bei Ihnen bleibt. Sinnvoll ist meist eine Kombination aus zwei oder drei Wegen. Die Tabelle zeigt die Wege im Überblick.
| Weg | Wen Sie erreichen | Kosten | Ihr Aufwand | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| Empfehlungen aus dem Team | Bekannte Ihrer Mitarbeiter | Gering, oft mit Prämie | Gering | Gute Treffer, aber selten genug für mehrere Stellen |
| Jobbörsen | Nur Leute, die gerade suchen | Pro Anzeige oder Klick | Mittel, Sie sortieren selbst | Viele Fachkräfte tauchen dort nicht auf |
| Arbeitsagentur | Arbeitsuchend gemeldete Personen | Kostenlos | Mittel | Mehr als die Hälfte der Arbeitsuchenden hat keine Berufsausbildung |
| Social Recruiting | Auch Fachkräfte, die nicht suchen | Agentur und Werbebudget bei Meta | Gering mit Agentur | Erreicht Leute dort, wo sie täglich sind |
| Personalberatung | Netzwerk des Beraters | Im Schnitt 27,5 % des Zieleinkommens | Gering | Für einzelne Schlüsselstellen |
| Zeitarbeit | Personal des Verleihers | Stundensatz mit Aufschlag | Gering | Zum Überbrücken, nicht auf Dauer |
Honorar Personalberatung: Durchschnitt 2024 laut BDU.3 Anteil Arbeitsuchende ohne Berufsausbildung: Bundesagentur für Arbeit, 2025.2
Warum reichen Stellenanzeigen oft nicht?
Weil die meisten guten Fachkräfte nicht suchen. Ein Anlagenmechaniker mit festem Job schaut nicht täglich auf Jobbörsen. Er scrollt abends durch Instagram und Facebook. Stellenanzeigen erreichen deshalb vor allem Leute, die gerade aktiv einen neuen Job suchen.
Dazu kommt der Inhalt. Viele Anzeigen beschreiben Aufgaben und Anforderungen, lassen aber weg, was Fachkräfte vergleichen: Gehalt, Fahrzeug, Arbeitszeiten, Notdienst und wer der Ansprechpartner ist.
Was können Betriebe selbst tun?
Sechs Dinge bringen schon ohne Budget viel. Sie machen Ihren Betrieb für Bewerber verständlicher und sorgen dafür, dass Interessenten nicht unterwegs abspringen. Die Reihenfolge entspricht dem Weg, den ein Bewerber geht.
- Muss-Kriterien festlegen. Schreiben Sie auf, was ein Bewerber unbedingt mitbringen muss. Alles andere ist verhandelbar.
- Gehalt nennen. Ein Gehaltsrahmen sorgt dafür, dass sich vor allem Leute melden, für die das Angebot passt.
- Eine Karriereseite haben. Wer Ihren Betrieb googelt, sollte offene Stellen und Ihr Team sofort finden.
- Bewerbung per Handy ermöglichen. Kein Anschreiben, keine Unterlagen im ersten Schritt. Name, Telefonnummer und drei Fragen reichen.
- Schnell zurückrufen. Gute Leute haben mehrere Angebote. Wer sich erst nach einer Woche meldet, ist oft zu spät.
- Das Team fragen. Empfehlungen aus dem eigenen Team passen oft am besten, eine Prämie hilft dabei.
Wann lohnt sich Hilfe von außen?
Wenn eine Stelle seit Wochen offen ist, Aufträge liegen bleiben und die eigenen Wege nichts bringen. Dann lohnt sich ein Weg, der Fachkräfte erreicht, die nicht suchen, und der Ihnen die Vorauswahl abnimmt. Genau dafür haben wir das 21-Tage-Recruiting für SHK-Betriebe gebaut: Wir prüfen jeden Bewerber am Telefon, und Sie bekommen nur Kandidaten, die Ihre Muss-Kriterien erfüllen.
Mitarbeiter finden nach Beruf
Jeder Beruf hat eigene Muss-Kriterien und eine eigene Lage am Markt. Für SHK-Betriebe haben wir die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Weitere Berufe folgen.